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Tipps zur Auswahlentscheidung bei Open-Source Software

Umfassende Kostenanalyse

Grundsätzlich sollte man bei der Entscheidung zwischen proprietärer und OS-Software die gesamten zu erwartenden Kosten (TCO) beachten; es wäre kurzsichtig, sich primär am Kostenvorteil der Lizensierung von OS-Produkten zu orientieren. Zwar sind die Gratis-Lizenzen ein nicht zu vernachlässigender Faktor, machen aber meist oft nur einen Teil der TCO aus und sollten daher in diesem Zusammenhang gesehen werden. Wie schon ausgeführt, geben aber OS-Produkte mit weiteren geldwert-relevanten Ersparnissen einher, so dass sie auch bei Einbeziehung aller Kosten meist der proprietären Lösung vorzuziehen sind. Ingesamt sollten OS-Produkte nicht nur bei den Lizenzkosten, sondern auch bei den TCO sowie insgesamt klare Vorteile gegenüber proprietärer Software bieten. Zur Software-Auswahl liegen ein oder mehrere potentiell nutzbare OS-Produkte vor, sollten zunächst zwei Fragen besonders geprüft werden: (1) wie sieht die Community aus und (2) wie ist die Qualitätdes zugehörigen Produktes? Die hinter der Entwicklung der Software stehende Community und ihre Anwender solltenmöglichst nicht zu klein oder inaktiv sein. Dabei interessiert,wie oft neue Releases veröffentlicht werden und wie viele Erweiterungen bereits bestehen. Man sollte auch überprüfen,wie lange es dauert, bis ein User Hilfe für ein gestelltes Problem erhält. Hinsichtlich der Qualität sollte man sich die Zeit nehmen und zumindest einen Teil der Software genauer testen. Nur durch eine große und aktive Community und einehohe Qualität kann OS-Software ihre Vorteile voll entfalten.„Release early, release often"Hat man sich für ein OS-Produkt entschieden und plant,dieses weiterzuentwickeln, um es an die eigenen Bedürfnisseanzupassen, dann sollten die neuen Beiträge zum Programmmöglichst früh und ausführlich dokumentiert und an geeigneterStelle veröffentlicht werden. So können frühzeitig gleichgesinnteEntwickler gefunden werden, die Interesse an dieseroder ähnlichen Erweiterungen haben. Solche frühen „Releases"sind meist weniger stabil und relativ unvollkommen;dieser Nachteil wird durch den Synergieeffekt einer parallelenund gebündelten Suche und Beseitigung von Fehlern undMängeln in der Regel mehr als ausgeglichen (Brügge et al.2004). Auch wenn es nicht um die aktive Weiterentwicklung geht,weil man nur plant, auf bestehende Lösungen aufzubauen, ist esratsam, bei Schwierigkeiten frühzeitig auf das vorhandeneWissen der Community zurückzugreifen. Beispielsweise beiProblemen mit der Integration eines weiteren Moduls in dieOS-Software sollte eher früher als später in den Datenbankender Community nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden.Finden sich dort keine Antworten auf das Problem, so sollte esan geeigneter Stelle publiziert werden; wenn die Communitygroß und aktiv ist, erhält man meist bereits nach wenigenStunden Antwort von einem versierten Entwickler.Vorzüge gängiger Lizenzen. Auch wenn die langjährige Erfahrung beim Einsatz von OS-Software bisher keine nennenswerten Probleme ergab, sollten einige juristische Kriterien bei der Auswahl von OSProdukten beachtet werden. So sind stets OS-Produkte vorzuziehen, die auf einem weit verbreiteten und gängigen OS-Lizenz-Format beruhen und einen weitestgehend klaren rechtlichen Status bezüglich der urheberrechtlichen Fragen und Nutzungsmöglichkeiten haben (Ebert & Ruffin 2004). Wird die gewählte OS-Software über einen Distributer erworben, ist zu prüfen, ob dessen Vertrag mit den eigenen Vorstellungen vereinbar ist. Zwar sind die rechtlichen Risiken aufgrund der teilweise ungeklärten Rechtslage schwer kalkulierbar, dennoch sind diese Vorsichtsmaßnahmenempfehlenswert.


5. Das OS-Projekt "Welterbe Oberes Mittelrheintal"
Im Folgenden werden die Erfahrungen exemplarisch an
Hand der Website „Unesco Welterbe Oberes Mittelrheintal",
eines typischen OSS-Projekts, beschrieben.
Im November 2003 hat die Staatskanzlei des Landes
Rheinland-Pfalz eine Ausschreibung zur Realisierung einer
Website für das „Unesco Welterbe Oberes Mittelrheintal"
veröffentlicht. Neben einer Reihe von proprietären Content
Management Systemen bot sich auch das OS-Produkt Typo3
für dieses Projekt an, aus verschiedenen Gründen fiel die
Entscheidung zugunsten von Typo3 aus.
Anforderungen an das Projekt
Ziel des Projektes war, einem breiten Nutzerspektrum eine
zentrale Informationsplattform zum Thema „Unesco Welterbe
Oberes Mittelrheintal" zur Verfugung zu stellen.
Die zu schaffende Plattform sollte durch unterschiedliche
Informationsangebote qualitativer und quantitativer Art (z.B.
Veranstaltungskalender, Geschichte des Tals, Ausflugsziele,
Adressen und Links, Angebote zu Führungen, etc.) einen
heterogenen Interessenkreis ansprechen, der eine Vielzahl
verschiedener Zielgruppen und Nutzerkreise umfassen sollte.
Eine attraktive, nutzerfreundliche Gestaltung und Visualisierung
der Inhalte sollte das Portal zur ersten Webadresse
rund um das Welterbegebiet machen. Durch den Einsatz
modernster Darstellungsformen, u. a. multimediale Techniken
zur Aufarbeitung der zu präsentierenden Inhalte wie 3D-Bilder
und Webcam-Einbindungen, sollten die Informationen
mediengerecht dargeboten werden.
Um die Nutzung und Pflege des Internetportals möglichst
effizient zu gestalten und die Informationen stets aktuell zu
halten, war es aufgrund der großen Fülle an Inhalten und
Diensten zwingend erforderlich, die Website unter Verwendung
eines Content-Management-Systems (CMS) dynamisch zu
erzeugen und einen hohen Grad an Automatisierung
einzubauen.
Unter anderem wurde angestrebt, dass die Redakteure speziell
zugewiesene Bereiche selbständig und komfortabel
bearbeiten und erweitern können.
Die Website sollte ferner wegen ihrer internationalen Relevanz
in 6 Sprachen inkl. Japanisch verfügbar sein. Eine
andere zentrale Anforderung war die Barrierefreiheit der
Website nach § 11 Abs. l Satz 2 des Behindertengleichstellungsgesetzes,
d.h. der Besucher sollte u. a. die Möglichkeit
erhalten, alle Inhalte - ausgenommen Bilder und graphische
Elemente - uneingeschränkt in einer reinen Textversion
durchsuchen zu können. Es war sicher zu stellen, dass die
Website einwandfei und vollständig genutzt werden kann,
auch von Behinderten oder von Benutzern mit anderen
Einschränkungen (zum Beispiel langsame Internetverbindung).
los zusätzliche, durch die große und aktive Typo3-
Community entwickelte Module in das System eingebunden
werden können (Abb. 4).
Diese und viele zusätzliche Vorzüge von Typo3 haben die
Nutzer- und Entwicklergemeinde rasant anwachsen lassen,
sodass das Programm ständig erweitert wird und zur Zeit in
der Version 3.7.0 vorliegt. Seit den Anfangen von Typo3 im
Jahre 2001 hat es eine beachtliche Verbreitung gefunden; und
ist mittlerweile mit über 36.000 Installationen im Einsatz
(Typo3.org 2004). Die technischen
Voraussetzungen für den

Einsatz von TYPO3 sind zur Zeit:


Apache 1.3.3.1 oder höher,
MySQL 4.0.18 oder höher,
ImageMagick 4.2.9 oder höher
(empfohlen), Freetype 1.3.1
(empfohlen), GDLib 1.8.3
(empfohlen) und PHP 4.3.5 oder
höher.

 

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3. Teil: Das Open-Source CMS TYPO3