container_background

Unsere Kunden

Hier sehen Sie einen Auszug aus unserer Kundenkartei.

contentBoxBottom

Das Content Management System TYPO3


Der Realisierung des Unesco-Projekts lag das CMS TYPO3 zu Grunde. TYPO3 ist ein lizenzkostenfreies Open-SourceProgramm, welches den rechtlichen Bestimmungen der GPL(Gnu Public License) unterliegt. Mit Hilfe des Programmskönnen Webprojekte dynamisch erstellt und verwaltet werdenund zwar in verschiedensten Formen, zum Beispiel alsöffentlich zugängliche Websites oder als Intranet-Systeme.Bei Typo3 handelt es sich um eine plattformunabhängigeServerapplikation, zu deren Benutzung ein gängiger Webbrowserausreicht. Typo3 ist in der Programmiersprache PHPentwickelt und verwendet konsequenterweise MySQL alsDatenbank. Sowohl PHP als auch MySQL sind Open-SourceProdukte. PHP zeichnet sich vor allen Dingen durch seineausgezeichneten Datenbank- und Internet-Protokolleinbindungen aus (Schepp & Zierl 2001), dieKombination mit MySQL hat sich in vielen Internet-Projekten als bewährtes und wirkungsvolles Werkzeug zurdynamischen Generierung von Websites erwiesen (Abb. 1).PHP ist zudem plattformübergreifend und läuft auf allengängigen Unix-Versionen einschließlich Linux und Macintoshund auf den verschiedenen Windows-Versionen (Windows95/98/ME/NT/2000/XP), vgl. Raymans 2001, Schepp & Zierl2001, Zierl 2001. Das System Typo3 beruht außerdem auf der hauseigenen Konfigurationssprache TypoScript, die der Anpassung der Software an spezifische Bedürfnisse dient. In seiner Grundversionverfugt das Programm bereits über Funktionalitäten,die normalerweise erst bei kostenpflichtigen Systemen derEnterprise-Klasse üblich sind. So ist eine umfangreicheRechteverwaltung bereits Inbegriffen, die es berechtigtenRedakteuren ermöglicht, Beiträge an den ihnen zugewiesenenStellen komfortabel in das System einzupflegen (Abb. 2 und 3).Es ist des Weiteren möglich, Beiträge zeitgesteuert oder imVieraugenprinzip nach Freischaltung durch einen übergeschaltetenRedakteur zu veröffentlichen. Besonders empfehlenswert sind Systemerweiterungen wie „ImageMagick" und „GDLib". Mit ImageMagick ist es möglich, Bildformate zu konvertieren und bestehende Bilddaten zu bearbeiten. ImageMagick bietet dem Redakteur der Website damit die Möglichkeit, Bilder, die sich bereits auf dem Webserver befinden, zu bearbeiten, z.B. zu skalierenoder zu schärfen. Der Redakteur ist relativ frei in der Auswahldes Formates des Bildes, denn das System übernimmteigenständig die Umwandlung des Bildes in ein webgerechtesFormat. Bei GDLib handelt es sich um eine Grafikbibliothek,mit deren Hilfe unterschiedliche Grafiken kombiniert werdenkönnen. In Kombination mit FreeType ist es Typo3 möglich,in einem zuvor definierten Layout Menüpunkte mit grafischenElementen zu generieren und abzubilden. So kann einRedakteur das grafische Menü einer Website erweitem, ohneüber spezielle Kenntnisse der Grafikbearbeitung oder derProgrammierung zu verfügen.

 

Wegen der umfangreichen Funktionen von TYPO3 ist es zudem empfehlenswert, dass der Server über mindestens 1,5GHz und 512 Mbyte RAM verfügt. Es existieren mittlerweilezahlreiche kompetente Anbieter, die sich auf das Hosting vonTypo3-Projekten spezialisiert haben. Diese stellen nicht nureinen vorkonfigurierten Webserver mit der erforderlichenPerformance zur Verfugung, sondern installieren in der Regel auch schon Typo3 vorab, sodass sich weniger versierte Anwender die Schwierigkeiten der Grundkonfiguration ersparen und sich direkt mit dem eigentlichen Programm und dessen Konfiguration beschäftigen können. Mit der installierten Basisversiondes CMS Typo3, konnte dann der überwiegende Teil derim Unesco-Projekt benötigten Anforderungen bereits ohneVerwendung von Zusatzmodulen realisiert werden. So sind z.B. eine umfangreiche Rechteverwaltung für verschiedene Redakteure und dieMöglichkeit der Mehrsprachigkeit der Website bereitsvon Hause aus vorhanden. Für die Abbildung der geforderten barrierefreien Version war es nötig, auf ein von der Entwicklergemeinde bereits programmiertes Zusatzmodul zurückzugreifen. Mit einigen wenigen Anpassungen in gutdokumentierten Quellcodes der Erweiterung war dasZusatzmodul relativ schnell implementiert und funktioniertseither einwandfrei. Die Implementierung einer verwaltbaren Hoteldatenbank beispielsweise, mit deren Hilfe sich der Besuchergeeignete Unterkunftsmöglichkeiten in einer gewünschtenRegion auflisten lassen kann, fand durch die Eigenentwicklungeines Erweiterungsmoduls statt, welchesden Anforderungen des Auftraggebers genau angepasstwerden konnte. Die Entwicklung und Implementierungdieses Erweiterungsmoduls in das Gesamtsystem gingschnell und einfach vonstatten. Tauchte dabei einProblem auf, konnte die weltweite Entwicklergemeindeunter Verwendung eines Typo3 spezifischen Internetforumsschnell weiterhelfen und dem Projekt zum Erfolgverhelfen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei der Entwicklung der Website „Unesco Welterbe Oberes Mittelrheintal" in einer für OS-Projekte charakteristischen Weise fünf Elementeerfolgreich kombiniert wurden: Man verknüpfte (1) dasvorhandene Grundsystem Typo3 mit (2) diversen von derTypo3-Community schon fertig entwickelten Erweiterungenund (3) mit einer speziellen Eigenentwicklung, die (4) aufErfahrungen bei der UmsetzungZunächst war es notwenig, den bestehenden Webserver aufdie oben genannten technischen Voraussetzungen umzustellen.Im vorliegenden Fall, der nicht untypisch ist, stand ein CobaltRaq4 Server zur Verfügung. Bei solchen älteren Modellen istdas Update der zu Testzwecken eingerichteten Installationnicht immer einfach. Besser und oft auch kostengünstiger ist esdaher, sich gleich für den Einsatz eines neuen Root Servers mitvollen Zugriffsrechten zu entscheiden, beiAus der Praxis für die Praxis - Applications Basis des offenen, gut dokumentierten Quellcodes und (5)einer kompetenten Unterstützung durch ein weltweitesEntwickler-Netzwerk effizient und qualitativ hochwertigrealisiert werden konnte.6. Abschließende Bewertung aus Entwickler- undBenutzersichtTypo3 erfüllt die bereits angeführten OS-Kriterien in jederHinsicht. In erster Linie sind hier die günstigen Gesamtkostendes Programms anzuführen. Mit Typo3 vergleichbare, kommerzielleund kostenpflichtige Software, die die vom Auftraggebergeforderten Merkmale abdeckt, hätte nach einerinternen Studie wesentlich höhere Gesamtkosten verursacht.Da der Quellcode von Typo3 verfügbar und gut dokumentiertist und darüber hinaus das Programm eine für OS übliche,offene Softwarearchitektur aufweist, war es ohne größerenAufwand möglich, das Programm modular zu erweitern undauf die Bedürfnisse des Auftraggebers anzupassen. Darüberhinaus ist der Auftraggeber in Zukunft nicht von einemeinzelnen Softwareanbieter abhängig, da sich jeder versierteEntwickler in die Funktionsweise von Typo3 einarbeitenkann und gegebenenfalls kostenfreien Support der Entwicklergemeineerhält. Einzig die für die Grundinstallation von Typo3 notwendigeKonfiguration des Webservers und die wahrscheinlich anfangskompliziert erscheinende Konfigurationssprache TypoScriptkann den Einstieg in diese OS-Software erschweren. Sind dieseHürden einmal erfolgreich genommen, eröffnet sich sowohl fürden ambitionierten Entwickler als auch für die Benutzer einleistungsfähiges und auf die eigenen Bedürfnisse hin beliebigerweiterbares Programm, welches nicht zuletzt wegen dergroßen und aktiven Community alle Vorteile einer Open-Source-Software aufweist.

Dank: Herrn Dr. G.A. Schachtel (Universität Giessen) danken wir für konstruktive Kritik und ergänzende Hinweise.

7. Literatur

 
BLIND, K., EDER, J. NACK, R. STRAUSS, J. (2003): Software-Patente- Eine empirische Analyse aus ökonomischer undjuristischer Perspektive. Physica-Springer, Heidelberg.
BRÜGGE, B., HARHOFF, D., PICOT, A., CREIGHTON, O., FIEDLER, M. &HENKEL, J. (2004): Open-Source-Software - Eine ökonomischeund technische Analyse. Springer, Berlin.
CZEGKA, W., BRAUNE, S., PALM, H., RITSCHEL, B., KLUMP, J. & LOCHTER, F.A. (2003): Beispiele ISO 19115 DIS konformer Metadaten inKatalogservices. Zwei Anwendungen aus dem Bereichumweit- und geowissenschaftlicher Geofachdaten im Rahmen der Metadatencommunity der „GIB". Beitrag zurU2 Konferenz, Zentrum für Geoin-formatik Salzburg www.unigis.ac.at/club/us/2003/UP_Beitrag_Czegka_Braune.pdf Zugriff am 15.10.2004EBERT, C. &
RUFFIN, M. (2004): Produkte Entwickeln mit Open-Source-Software - Risiken und Erfahrungen. In:Sauerburger,
MITRE (2003): Use of FREE and Open-Source-Software (FOSS) in the US Department of Defence.www.microcross.com/dodfoss.pdf
Zugriff: 5.10.2004
Netcraft 2004 „September 2004web Server Study news.netcraft.com/archives/web_server_survey.htmlZugriff: 02.11.2004 OSI (2004):www.opensource.org/licenses/index.phpZugriff: 02.11.2004 GLÄSER, L. (2004): Open SourceSoftware. Erlangen: PublicisCorportate Publishing. TYPO3 .ORG (2004):http://typo3 .org/frontpage-menulinks/statistics Zugriff: 05.10.2004 HEISEONLINE(2004):www.heise.de/newsticker/result.xhtml'
7urWnewsticker/meldung/49735&words=M%FCnchen%
20LinuxZugriff: 05.10.2004
KRISHNAMURTHY, S. (2002): Cave orCommunity: An empirical examination of 100 mature open source projects.First Monday 7 (6)firstmonday.orgissue7_6krishnamurthy/index.htmlZugriff: 16.09.2004 MITRE (2003): Use of FREE and Open-Source-Software(FOSS) in the US Department of Defencehttp://www.microcross.com/dodfoss.pdfZugriff: 05.10.2004 NETCRAFT (2004): „September 2004web server Study'news.netcraft.com/archives/web_server_survey.htmlZugriff: 02.10.2004 OSI (2004):www.opensource.org/licenses/index.phpZugriff: 02.10.2004PFUHL, M. (2004):www.connecta.ag/upload/rechtliche_aspekte_
opensource.pdf Zugriff: 02.10.2004 RAYMANS,
H.G. (2001): MySQL imEinsatz mit ODBCJCBC, PHP und Perl. Addison-Wesley. 617 S. RAYMOND,E.S. (1999): The cathedral and the bazaar: Musingson Linux and open source by an accidental revolutionary.Sebastopol: O'Reilly SCHEPP, H. & ZIERL, M.(2001): PHP und MySQLDatenbank.- Internet-Professionell 1/2001: 24-30TYPO3.ORG (2004): typo3.org/frontpage-menu-links/statisticeZugriff: 05.10.2004UNILOG INTEGRA (2003): "Projekt Client Studie der LandeshauptstadtMünchen - Kurzfassung des Abschlussberichtes inklusiveNachtrag.www.muenchen.de/aktuell/
clientstudie_kurz.pdf Zugriff: 06.09.2004
ZlERL, M. (2001): Dynamische Webseiten. - Internet-Professionell 1/2001:6-8.

Summary: At present open source Software is a highly discussed topicin organisations and sciences. Despite of the voluntary andapparently unorganized development process, open source Software projects lead to technically advanced and competitiveSoftware solutions. Consequently an increasing number of organisations, users and other institutions decide to use open source software products. The most frequently mentioned arguments for theuse of open source solutions are low license fees, IT security,independence as well as openness and expandability of the softwares. Besides of these advantagesthere are several problems and risks, which should be evaluatedcarefully when deciding to use open source Software.The article summarizes the main characteristics includingopportunities and risks of open source Software. Furthermorethe article includes a case study of a typical open sourceproject where the content management System TYPO3 was implemented.

Autoren:

Alexander Wehrum, Vorstand der Connecta AG

Dr. Claus Mückschel, Justus-Liebig-Universität, Biometrie und PopulationsgenetikInterdisziplinäres Forschungszentrum für Umweltsicherung(IFZ) Heinrich-Buff-Ring 26-32D-35392 Giessen Fon: +49 (0)6417 99 37542 Fax: +49 (0)6417 99 37549